Helfer trainieren Einsatz nach Terroranschlag

28.1.2009 Nachrichten

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Nachstehend ein Bericht über die gestrige Katastrophenschutzübung. An der Übung nahmen Kameraden aus der Löschgruppe Wöbbel sowie aus dem Löschzug Schieder im Bereich der Dekontamination von Verletzten teil. Der stellvertretende Leiter der Feuerwehr, Kai Uwe Deilke, wurde als Beobachter eingesetzt.

Katastrophenschutzübung mit 600 Beteiligten gestern Abend rund um die Lipperlandhalle
VON THOMAS REINEKE
ImageLemgo. Lipperlandhalle, gestern Abend, 20.45 Uhr: Die Atmosphäre ist gespenstisch. Scheinwerfer leuchten den eingeschneiten Vorplatz aus, überall Feuerwehrmänner in knallroten Chemieanzügen. Helfer führen  "Verletzte" ins Foyer, während sich immer wieder eine automatische Durchsage mit der Bitte zum Verlassen der Halle wiederholt. 600 Menschen proben den Ernstfall. Die Simulation: Während des Handball-Spitzenspiels zwischen dem TBV Lemgo und dem THW Kiel haben Terroristen im Kongresszen­trum der Lipperlandhalle einen Sprengstoff mit unbekannten chemischen Stoffen gezündet. 40 VIP-Gäste werden verletzt, die Meisten sind kontaminiert. Der Landrat ruft den Großschadensfall aus. Eine für Lippe beispiellose Rettungsmaschinerie läuft an. Immer mehr Feuerwehrwagen fahren vor. Helfer bevölkern das gesamte Umfeld der Halle.
Und genau hier drin steckt der tiefere Sinn der Großübung: Neben dem Bergen, Versorgen, Behandeln und Entgiften der Opfer auf einem speziellen Dekontaminationsplatz wird vor allem die Kommunikation und das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Gruppen von Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz, Hilfs- und Rettungsdiensten trainiert und anschließend bewertet. So ist die mobile Leitstelle an der Halle direkt mit dem 60-köpfigen Krisenstab der Bezirksregierung in Detmold verbunden. Dieser hält Kontakt zur Landesregierung in Düsseldorf, die mit dem Bundes-Innenministerium verbunden ist, wo alle Meldungen von den Schauplätzen der bundesweiten Aktion "Lükex" (Länderübergreifende  Krisenmanagement-Übung) zusammenlaufen. Gestern Abend war zum ersten Mal die "Analytische Task Force" (ATF) der Berufsfeuerwehr aus Dortmund in Lippe im Einsatz. Diese Einheit wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September gegründet und ist spezialisiert auf die Bewertung gefährlicher Substanzen.  Bei der Übung gestern wurde angenommen, dass giftige Gase entweichen. Deswegen fuhr ein Lautsprecherwagen im Umkreis von 600 Metern um die Halle und "warnte" die Bevölkerung, während Krankenwagen die "Verletzten" zum Klinikum Detmold brachten.
Bis eine Stunde nach Mitternacht sollte die Übung dauern. Wie sich die Leitstellen und die Helfer geschlagen haben, wird genau analysiert. "Wir werden darüber in spätestens drei Monaten gesicherte Erkenntnisse haben", so Kreisbrandmeister Karl-Heinz Brakemeier.
Bei aller Realitätstreue der gestrigen Übung: Bei einem echten Großeinsatz würde es für die Helfer angesichts einer mit fast 5000 Menschen vollbesetzten Arena noch viel schwieriger werden. Zudem wurde im Vorfeld der Aktion dafür gesorgt, dass rund um die Halle kein Auto parkt. Das ist – wie Besucher von Großveranstaltungen in Lemgo nur zu gut wissen – in "echt" ein anderes Szenario.

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