Innenminister Wolf gibt Startschuss für den Digitalfunk in NRW

20.6.2007 Nachrichten

Image„Nordrhein-Westfalen startet beim Aufbau des neuen modernen Digitalfunknetzes aus der Pole-Position“, erklärte Innenminister Dr. Ingo Wolf heute (20.06.) in Berlin. Dort gab er gemeinsam mit Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble den Startschuss für den Betrieb der ersten Referenzplattformen für den Digitalfunk. Die erste Testanlage in Nordrhein-Westfalen startete bei den Zentralen Polizeitechnischen Diensten in Duisburg. Zwei weitere Anlagen gehen demnächst in Münster beim Institut der Feuerwehr und dem zukünftigen Landesamt für Aus- und Fortbildung der Polizei in Betrieb. Wolf: „Damit testen wir diese Technik und sammeln weitere Erfahrungen. Der Netzaufbau für ganz Nordrhein-Westfalen beginnt in der zweiten Jahreshälfte 2007 mit dem ersten Netzabschnitt im Regierungsbezirk Köln.“

In Münster werden in den nächsten Monaten die ersten Polizisten und Feuerwehrleute in der neuen Technik ausgebildet. Sie geben ihr Wissen als Multiplikatoren in Zukunft an ihre Behörden weiter. „Wir wollen unseren Sicherheitsbehörden bis zum Jahr 2010 die neue digitale Funktechnik flächendeckend zur Verfügung stellen“, sagte Wolf. Die logistische Herausforderung: In NRW müssen insgesamt 120.000 Nutzer auf dieses neue Funk- und Datensystem vorbereitet, bis zu 80.000 Funkgeräte ausgetauscht und über 10.000 Polizeifahrzeuge und 110 Leitstellen umgerüstet werden. „Unsere Experten sind auf diese Aufgabe gut vorbereitet. Sie wissen schon lange, was jetzt zu tun ist“, sagte Wolf. Für den Aufbau und den 15-jährigen Betrieb des Digitalfunks hat die Landesregierung 500 Millionen Euro bereit gestellt.

Nordrhein-Westfalen besitzt bereits langjährige Erfahrungen mit dem Digitalfunk, was den Plänen für seinen bundesweiten Einsatz zugute kommt. Der Innenminister: „Hier hat diese moderne Technik grenzüberschreitend ihre Alltagstauglichkeit bewiesen.“ Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in Aachen funken seit 2001 im täglichen Einsatz mit einem digitalen Funk- und Datensystem. Seit 2003 nutzen auch die angrenzenden Polizeibehörden aus den Niederlanden den Digitalfunk. Aachener Polizisten können so bereits heute unkompliziert mit ihren niederländischen Kollegen Informationen über das digitale Netz austauschen. „Mit dieser gemeinsamen Kommunikationsplattform verbessern wir die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizei“, erklärte Wolf.
 
„Der Digitalfunk ist abhörsicher und bringt den Polizisten und damit den Bürgerinnen und Bürgern mehr Sicherheit“, sagte der Innenminister. Neben der Hochsicherheitsverschlüsselung bietet der Digitalfunk weitere Vorteile gegenüber dem analogen Funk. So wird es unter anderem möglich sein, Datensätze statt Sprache zu übermitteln, die Funkqualität verbessert sich auch unter Extrembedingungen, und die Funkgeräte sind kleiner und leichter. Daneben bieten sie zusätzliche Funktionen wie Einzelruf, Telefonieren und die Möglichkeit, Kurzmitteilungssysteme zu nutzen.





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