Sportliche Blauröcke – Leistungsnachweis der lippischen Feuerwehren in Lemgo

30.4.2005 Nachrichten

ImageLemgo (ph). Wenn es brennt, sind sie gefordert. Damit im Ernstfall auch alles klappt, müssen Feuerwehrmänner ständig ihre Fähigkeiten trainieren. Am Samstag wurden Löschzüge aus ganz Lippe in Lemgo auf die Probe gestellt. Beim jährlichen Leistungsnachweis wurde gelöscht, geschrieben, geknotet und gelaufen, was das Zeug hielt. Laute Marschmusik schallt vom Hof der Lemgoer Feuerwehr. Die Stimmung beim Bier scheint gut zu sein.

Doch direkt gegenüber auf dem Regenstorplatz geht es zur Sache. Die Löschgruppe aus Wöbbel ist am Zug. In Windeseile hetzt jeder auf seine Position, Schläuche fliegen durch die Luft. "Wasser Marsch!", brüllt Florian Meier, und der Schlauch windet sich unter dem Druck. Jetzt sprudelt das kühle Nass fontänenartig heraus, und die Männer haben Mühe, den Strahl zu kontrollieren. Nach kurzer Zeit ist das imaginäre Feuer gelöscht, die Übung beendet. Löschangriff mit drei Strahlrohren und Wasserentnahme aus einer offenen Wasserstelle heißt das beschriebene Geschehen in Fachkreisen. Die Prozedur wurde anschließend noch einige Mal wiederholt. Insgesamt 110 Löschgruppen wiesen ihre Leistungsfähigkeit von morgens 8 Uhr bis in den frühen Abend nach. Dabei spielten meistens Schnelligkeit und Teamgeist, aber auch "die Beachtung der Dienstvorschriften" die entscheidende Rollen, erklärte Stephan Helms von der Lemgoer Feuerwehr. Die Dienstvorschriften sind bei der sportlichen Überprüfung im Abteigarten aber eher zweitrangig. Im Staffellauf gilt es, einen Hindernisparcour möglichst schnell zu überwinden. "Der Kleinste geht traditionell durch den Tunnel", scherzt ein Zuschauer, während Arndt Plettemeier vom Löschzug Hohenhausen wie ein Stuntman in den Tunnel hechtet. Der Einsatz reicht für einen guten Mittelfeldplatz – an die Fabelzeit von 1:16 Minuten der Löschgruppe Lemgo-Brake kommt sie jedoch nicht heran. Reichlich Fachwissen wurde bei der schriftlichen Überprüfung gefragt. Jeder Feuerwehrmann bekam einen Fragebogen, seiner Funktion in der Gruppe entsprechend. Abschließend wurden an der "Knotenstation" Rettungsknoten abgefragt und dann eine Gesamtpunktzahl für die Gruppe errechnet. Ums Gewinnen ging es laut Helms aber nicht: "Es gibt nicht mehr so ein starkes Wettkampfdenken, da in den vergangenen Jahren einige Unfälle aus Übereifer passiert sind." Damit auch ohne Übereifer keine Unfälle geschehen konnten, griffen die Lemgoer Ausrichter zu rustikalen Methoden. Um eine offene Wasserquelle simulieren zu können, bei der "keine übermäßige Rutschgefahr besteht", wurden Löcher in den Regenstorplatz geschlagen, die mit Wasser gefüllt wurden. "Wenn alles vorbei ist, werden die Löcher mit Steinen wieder aufgefüllt, so können wir sie beim nächsten Mal leicht erneut nutzen", erklärte Helms.




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