USA-Reise Löschzug Schieder – Teil 1

1.6.2004 Nachrichten

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Einmal im Leben ein Held sein
Schiederaner erleben in New York ein ganz anderes Feuerwehrgefühl

ImageSchieder-Schwalenberg (an). Eigentlich war es nur Flachserei, aus einer Laune geboren. Und dann war es plötzlich Realität: Die Schiederaner und Brakelsieker Feuerwehr verlegte ihren traditionellen Jahresausflug nach Übersee. Lippische Feuerwehrleute im Big Apple: Wie das war, erzählten Jens Bulmahn und Rainer Pook der Lippischen Landes-Zeitung.

"Eigentlich war das nur so ein Spruch auf unserem letzten Ausflug nach Helgoland. Da hat irgendeiner gesagt: Lass uns doch nach New York fliegen. Und plötzlich wollten alle mit", erzählt Stadtbrandinspektor Jens Bulmahn. "Bedingung war: Es sollte auf jeden Fall so günstig sein, dass sich das auch ein normaler Feuerwehrmann leisten kann." Sechs Tage für rund 700 Euro in einem normalen Touristenhotel am Time Square inklusive Flug – das war erschwinglich. Und so machten sich denn 15 Feuerwehrmänner, darunter auch Stadtbrandinspektor Rainer Pook als zweiter Vertreter der Wehrführung, auf die Reise über den großen Teich. Natürlich ging es hier nicht nur um reguläres Sightseeing: Einmal in der amerikanischen Metropole angekommen, wollten die Blauröcke auch wissen, wie denn ihre Kollegen in einer solchen Millionenstadt so arbeiten. Von Deutschland aus hatte Jens Bulmahn eine Besichtigung der Feuerwehrleitstelle Manhattan, mitten im Central Park gelegen, organisiert. "Das war eine unglaubliche Hin- und Hertelefoniererei. Aber am Ende hatten wir alles in trockenen Tüchern." Wenn sich die Schieder-Schwalenberger nun eine hochmoderne Leitstelle im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ausgemalt hatten, so wurden sie binnen Sekunden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: "Sie können sich das kaum vorstellen. Der alte Bauhof auf dem Domänengelände in Schieder ist in einem besseren Zustand als die Leitstelle von Manhattan", schüttelt Bulmahn den Kopf. "Die arbeiten noch mit den alten monochromen Monitoren. Und in solchen Gebäuden würde kein Deutscher arbeiten wollen", war auch Rainer Pook ganz überrascht. Die Lipper durften sich nach Herzenslust umsehen, ebenso bei ihren Besuchen in diversen Feuerwachen, die im ganzen Stadtgebiet verteilt sind. "Die haben ganz viele kleine Feuerwachen mit zwei, drei Einsatzfahrzeugen statt einer großen." Und hier siehts mit der Ausrüstung wesentlich besser aus als in der Leitstelle Manhattan: "Die sind auf demselben Standard wie wir." Ein Standard, mit dem die New Yorker auch der Katastrophe am 11. September begegneten. 343 Kameraden verloren dabei ihr Leben. "In jeder Wache gibt es so eine Art Altar mit Bildern der Verstorbenen und Blumen. Aber sie reden nicht gern darüber." Ein Besuch auf Ground Zero war für die Südostlipper Ehrensache. "Das hat uns sehr berührt." Auch wenn angesichts des Grauens vor drei Jahren keine Ausrüstung der Welt geholfen hätte: Bei der Brandbekämpfung verlassen sich die Amerikaner auch gern auf deutsche Wertarbeit: "Der Atemschutz kommt von Dräger in Lübeck, Schere und Spreizer sind von Weber", hat Rainer Pook mit einem Blick gesehen. "Die machen natürlich einen unglaublichen Knochenjob", findet Jens Bulmahn. "So drei bis vier Einsätze müssen die am Tag fahren. Kein Wunder, dass die mit 50 in Ruhestand gehen." Denn die New Yorker Feuerwehrleute machen ihre Arbeit hauptberuflich. Das ist nicht der einzige Unterschied zu ihren Schieder-Schwalenberger Kollegen: "Die Bevölkerung hat da ein ganz anderes Verhältnis zu den Brandschützern, erst recht nach dem 11. September. Wenn da ein Feuerwehrauto vorbeifährt, dann winken den Kameraden die jungen Frauen nach. Feuerwehrleute in Amerika sind echte Helden." Ganz anders in Deutschland: "Wir gelten ja hier mehr so als die Feierwehr. Unser Image in der Bevölkerung lässt sich mit den USA-Kollegen gar nicht vergleichen." Das hat die Lipper nachdenklich gestimmt: "Es wäre schön, wenn hier die Arbeit auch mal anerkannt würde, die wir machen. Aber wenn wir zu einem Einsatz fahren, dann muss man sich noch dumme Sprüche anhören, so nach dem Motto, ,mal sehen, wie ihr hinterher wiederkommt', als wenn wir nichts anderes täten, als zu saufen." Mehr Stolz, mehr Anerkennung für die eigene Arbeit – das würden sich die Schieder-Schwalenberger Feuerwehrleute auch wünschen. Und das ist eine Erkenntnis, die sie von ihrer Reise über den großen Teich mitgebracht haben.
 

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