ABC Übung – Chlorgasunfall

26.7.2016, 18:45 Uhr Einsätze

Ein Chlorgasunfall simulierten heute Abend Einheiten der Feuerwehr Schieder- Schwalenberg zusammen mit den ABC Einheiten der Feuerwehren Barntrup und Blomberg im Freibad Schieder.

 

Schieder-Schwalenberg. Jürgen Drewes geht es nicht gut. Der Schwimmmeister des Freibades Schieder liegt vor dem Chlorgasraum und ist nicht ansprechbar. Der Alarm ist laut, Rauch steigt auf. Ein Chlorgasunfall bei normalem Badebetrieb lautet das Übungsszenario, das für den Löschzug Schieder und die Löschgruppe Wöbbel angesetzt ist.

Oberbrandmeister Dennis Rubart von der Freiwilligen Feuerwehr Blomberg und Mike Mundhenke, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schieder-Schwalenberg, haben es entworfen, sind am Dienstagabend schon um 18.45 Uhr vor Ort und warten auf die Wehrkräfte, die helfen sollen. „Menschenrettung und Absperren sind die ersten Schritte. Wir haben eine Person, die das Gas eingeatmet hat und wir haben hinten in einem Raum noch eine weitere kontaminierte Person“, so Rubart.

Gegen 19 Uhr sondieren die Feuerwehrleute aus Schieder und Wöbbel die Lage, rollen Schläuche aus und ein Trupp mit Atemschutzgeräten kümmert sich um Jürgen Drewes. Es läuft noch nicht ganz rund, aber eine Wanne für die Notdekontamination aus Leitern und Plane wartet schon auf ihn und die Kollegin.

„Jetzt kommen die ‚Michelin-Männchen‘“, stellt Mundhenke fest. Zwei Feuerwehrmänner im roten, unförmigen, aber dichten Anzug kümmern sich um die geöffnete Chlorgasflasche. Die rund 20 Wehrmänner und Frauen der Schieder-Schwalenberger Wehr und die vielleicht 20 ABC-Kräfte wussten im Vorfeld, dass es sich um eine Übung handelt. Sie gingen davon aus, dass die Schwimmer im Becken in ihrem Badespaß nicht gestört werden wollten. Sollten sie aber. „Da gab es ein Kommunikationsproblem“, so der stellvertretende Wehrführer Kai-Uwe Deilke. Das wird geklärt, die Schwimmer aus dem Becken geholt.

Da das Becken in Schieder tief liegt, besteht die Gefahr, dass sich das bodennah ausbreitende Chlorgas mit dem Wasser verbindet. Chlorgas und Wasser ergibt Salzsäure und die würde im Ernstfall jetzt auch – stark verdünnt – beim Niederschlagen des Gases mit Wasser entstehen. Verhindern, dass das Gemisch in die Kanalisation gelangt, gehört zur Übung dazu.

Mike Mundhenke lobt die Einsatzkräfte für die „1a-Notdekontamination“ und die richtige Reihenfolge der ersten Einsatzschritte. Ganz zufrieden ist er mit dem Ablauf noch nicht, aber das wird nach der Übung zur Sprache kommen.

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