Mittelbrand (Alarmübung)

17.11.2006, 16:21 Uhr Einsätze

Um 16.21 Uhr geht bei der Leitstelle Lippe über die Notrufleitung "112" folgende Meldung ein: "Hier spricht Frau Bezjak aus Schwalenberg. Bei uns im Haus hat es eben einen Knall gegeben, jetzt ist Rauch im Erdgeschoss. Das ist in der Strasse "Klingenberg 24". Auf die Frage des Leitstellendisponenten, ob sich noch Personen im Haus befinden, antwortet Frau Bezjak: "Mein Mann müsste eigentlich im Haus sein, der hat eben noch dem Klempner geholfen" Noch bevor der Beamte der Leitstelle antwortet, dass er sofort die Feuerwehr schickt, reisst die Telefonverbindung ab.

Die Alarmierung des Rettungsdienstes sowie der Feuerwehr erfolgt gemäss gültigem Alarmplan nach dem Einsatzstichwort "Mittelbrand" durch die Leitstelle der Feuerwehr. Alarmiert wird automatisch die Wehrführung, der gesamte Löschzug Schwalenberg sowie die Drehleiter der Feuerwehr Blomberg und der Rettungswagen der "Johanniter Unfall-Hilfe" in Blomberg.

In den nächsten Minuten gehen weitere Meldungen aus der Nachbarschaft bei der Leitstelle ein, aus denen hervorgeht, dass Herr Bezjak sich aus eigener Kraft aus dem Gebäude befreien konnte, aber die zweite Person sich noch im Gebäude, vermutlich im Untergeschoss, befinden muss. Rauch soll aus den Seitenfenstern des Untergeschosses dringen.

Bei Eintreffen der Feuerwehr ist das Untergeschoss des Gebäudes stark verraucht, die Stromversorgung des Hauses ist bereits unterbrochen; mittels weiterer Nebelmaschinen wird auch der Bereich außerhalb des Gebäudes verraucht, um eine Ausbreitung des Brandes zu simulieren. Wegen dieser Brandausbreitung werden weitere Einheiten der Feuerwehr Schieder-Schwalenberg nachalarmiert.

„Zusammenarbeit verbessern“ – Feuerwehr übt in Schwalenberg

Image Rauch im Hintergrund: Bei einer Übung in Schwalenberg gab die Feuerwehr alles. Foto: Lucas
Schieder-Schwalenberg (slu). Um genau 16.13 Uhr ging gestern bei der Leitstelle Lippe eine Brandmeldung über die Notrufleitung „112“ ein. Und das, obwohl gar nichts passiert war: Um die Einsatzbereitschaft und die Leistung der Feuerwehr regelmäßig zu überprüfen, stand eine Übung in Schwalenberg auf dem Programm.

Zur Straße „Klingenberg 24“ rückte die Feuerwehr aus, um beim Zweifamilienhaus der Familie Bezjak zu löschen. „Durch die Übung wird das Zusammenarbeiten der einzelnen Einheiten verbessert. In Schieder-Schwalenberg simulieren wir einmal im Jahr einen Brand“, sagte Jens Bulmahn von der Feuerwehr Schieder-Schwalenberg.

Beim Eintreffen der Feuerwehr war das Untergeschoss des Gebäudes stark verraucht und die Stromversorgung des Hauses bereits unterbrochen. „Mittels weiterer Nebelmaschinen wird auch der Bereich außerhalb des Gebäudes verraucht, um eine Ausbreitung des Brandes zu simulieren. Deshalb werden weitere Einheiten der Feuerwehr Schieder-Schwalenberg nachalarmiert“, erläuterte Bulmahn.

Bei dem Einsatz, bei dem Rainer Pook die Leitung inne hatte und Bulmahn Regie führte, waren Kräfte aus Schieder, Schwalenberg, Brakelsiek, Lothe, Wöbbel und Blomberg vor Ort. Sie übten unter anderem Menschenrettung und Betreuung, Brandbekämpfung und Verhinderung der Brandausbreitung.

Schwierige Aufgabe für Einsatzkräfte
ImageSchieder- Schwalenberg / Schwalenberg (lig). Da hat Feuerwehrmann Mario Bezjak seinen Kameraden einen ganz ordentlichen Schecken eingejagt. Denn am Freitag gegen Abend sollte es in seinem Haus brennen und die Feuerwehrkameraden wurden alarmiert. Bei diesem Einsatz handelte es sich allerdings um eine Übung. Hierbei sollte das Zusammenspiel aller Kräfte, wie Löschzüge und Gruppen im Stadtgebiet, der Drehleiter aus Blomberg und der Sanitäter geprobt werden.

Besonders schwierig war diese Aufgabe für die Feuerwehrmänner, da sich das Haus in einer schmalen Straße unterhalb des Burgbergs befand. Das Befahren dieser engen Gasse mit einem Löschfahrzeug gestaltet sich als äußerst schwierig. Zudem liegt das Haus inmitten der historischen Altstadt von Schwalenberg. Angenommen wurde, dass die Ehefrau von Bezjak einen Notruf absetzt, aus dem hervorgeht, dass es einen Knall im Haus gegeben hat und aus dem Erdgeschoss Qualm aufsteigt. Ihr  Mann habe gerade dem Klempner geholfen – beide müssten noch im Haus sein. Der Löschzug Schwalenberg, die Drehleiter aus Blomberg und die Johanniter Unfallhilfe werden alarmiert.

Einige Minuten später wird die Nachricht erweitert, indem mitgeteilt wird, dass der Herr des Hauses sich habe retten können, der Klempner (in Form einer Puppe) aber noch im Haus sei.

Eine Ausbreitung des Feuers wird mit Nebelmaschinen simuliert. Jetzt werden weitere Einheiten der Feuerwehr nachalarmiert. Nach dem ersten Löschangriff muss eine 900 Meter lange Schlauchleitung vom Eselkamp durch die Blauröcke aufgebaut werden. Des weiteren haben Atemschutztrupps die Suche nach der >>vermissten Person<< aufgenommen. Die Drehleiter wird zum Ausleuchten der Einsatzstele eingesetzt. Mittlerweile ist der Marktplatz in Schwalenberg von Einsatzfahrzeugen gefüllt.

Was für Ergebnisse hat die Feuerwehr durch ihre Alarmübung bekommen? Dies teilte Stadtbrandinspektor Jens Bulmahn auf Nachfrage mit. Zufrieden zeigte er sich über das Zusammenspiel der Einsatzkräfte und den Einsatz der Ausrüstung. >>Das hat super geklappt<<, meint er. Allerdings habe man festgestellt, dass in bestimmten Zeitphasen zu wenig Personal vor Ort war. Dies sei allerdings nicht nur ein Problem der Feuerwehr in Schieder- Schwalenberg, sondern ein allgemeines Problem der Wehren. So würden viele Kameraden oftmals heute nicht mehr in ihren Wohnorten arbeiten und müssten daher erst von außerhalb anrücken, was zeitweise zur Personalknappheit führen kann. Um diesem Problem entgegen zu wirken, will sich die Führung der Feuerwehr darüber Gedanken machen, wie man zur Tageszeit mehr Leute schnell an einen Einsatzort bekommt. Eine Möglichkeit wäre eine Änderung der Alarm- und Ausrückeordnung. Dies soll allerdings erst intern erörtert werden. Ein Dank gilt allen Einsatzkräften, die bei der Alarmübung mitgewirkt haben, diese wird übrigens einmal im Jahr in Schieder- Schwalenberg durchgeführt.





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