Technische Hilfe/Unwetterschaden

28.10.1998, 9:30 Uhr Einsätze

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„Land unter“ in Lothe und Wöbbel
Schieder (JB). Zu einem „Jahrhunderthochwasser“ nach schweren Re-genfällen kam es in den Stadtteilen Schwalenberg, Lothe und Wöbbel. In den Morgenstunden des 28.10.1998 traten in diesen Ortsteilen die Gewässer über ihre Ufer und überfluteten Straßen und Äcker sowie Häuser. Die Freiwillige Feuerwehr Schieder-Schwalenberg war seit ca. 9.15 Uhr mit zwei Löschzügen sowie 3 Löschgruppen, bestehend aus etwa 60 Wehrleuten, im Einsatz. Auch die Jugendfeuerwehr war am Rande des Einsatzgeschehens außerhalb des Gefahrenbereichs in die Hilfeleistung eingebunden.
Der Löschzug Schwalenberg mußte zunächst im eigenen Ortsbereich tätig werden, da bereits einige Hauptstraßen nicht mehr befahrbar waren und die durch den Ort strömenden Wassermassen eine akute Gefahr für Fußgänger und Autofahrer darstellten. Zur Unterstützung wurde der Löschzug Schie-der angefordert. Fast zeitgleich wurde für die Löschgruppen Lothe und Wöbbel Sirenenalarm ausgelöst. Die Ortsdurchfahrt Lothe hatte sich durch das Ansteigen der Niese und des Breitenhaupter Bachs zu einem reißenden Gewässer entwickelt. Zahlreiche Keller standen unter Wasser. In Wöbbel war die Emmer bereits weit über ihre Ufer getreten und hatte die ersten Straßen überflutet.
Durch den Einsatz der Löschgruppen als selbständige taktische Einheiten wurde gewährleistet, daß kurzfristig drei weitere Einsätze im Ortsbereich Schieder, darunter eine Rettung von drei Kindern, abgewickelt wurden.
Gegen Mittag war nach Pegelstandsabfragen im Vorlauf der Emmer klar, dass sich das Hochwasser vor allem im Bereich der Ortschaft Wöbbel weiter ausbreiten wird. Im Verlaufe des Nachmittags wurde ein Großteil der eingesetzten Kräfte im Bereich Wöbbel zusammengezogen, damit unter anderem durch den Einsatz von Sandsäcken rechtzeitig größerer Schaden an den im Gefahrenbereich liegenden Gebäuden abgewendet wurde. Zeit-gleich wurde die Evakuierung der Anwohner mittels Einsatz von Feuer-wehrfahrzeugen, Landwirtschaftlichen Zugmaschinen sowie eines vom Emmerstausee herbeigeschafften Bootes durchgeführt. Diese Rettungsmittel waren erforderlich, da das Wasser wesentlich rascher als erwartet anstieg. Dadurch konnten auch noch rechtzeitig alte und kranke Personen in Sicherheit gebracht werden. Die Fließgeschwindigkeit des Gewässers hatte sich auch im Bereich der umspülten Häuser bedrohlich erhöht.
Gegen 17.00 Uhr entspannte sich die Lage leicht, da ein Anstieg des Pegelstandes nicht mehr zu verzeichnen war. Mit dem Zurückweichen des Wassers während der Abendstunden wurden nach und nach Keller leerge-pumpt. Die Kräfte der Feuerwehr waren bis gegen 1.00 Uhr im Einsatz.Bereits in den Morgenstunden des 29. Oktobers hatte die Emmer wieder ihren normalen Lauf eingenommen. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sowie Mitglieder der Löschgruppe Wöbbel übernahmen die Reinigung der verschlammten öffentlichen Straßen. Seitens der Stadtverwaltung wurden unbürokratisch Maßnahmen zur Entsorgung von hochwassergeschädigtem Hausrat angeboten.
Besonderer Dank geht auch an Organisationen, Firmen sowie an die vielen Privatleute, die durch Bereitstellung von Material sowie bei der Verpfle-gung der Feuerwehrleute erheblich Dienste geleistet haben.

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